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CE-Kennzeichnung von Holz
in hoher Auflösung

Ab dem 1. September 2009 wird jeder Hersteller, der Hölzer in den Handel bringt, verstärkt in die Pflicht genommen. Denn die neue CE-Kennzeichnung für den freien Warenverkehr in Europa verlangt umfangreiche Kennzeichnungen – und das für jedes einzelne Stück Holz. Der Beitrag zeigt, welche Anforderungen an Drucksysteme in der Säge- und Holzbearbeitungsindustrie gestellt werden.

REA JET::Konstruktionsholz wird von unten mit dem CE-Kennzeichnen bedruckt.

Das Kennzeichnen von Produkten mit Logos, Texten und Codes zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Industriezweige. Auch die Säge- und Holzbearbeitung gehört dazu. Allerdings wurden hier bislang nur wenige Informationen aufgedruckt. Das wird sich im Herbst ändern. Denn ab dem 1. September fordert die neue CE-Kennzeichnung für den freien Warenverkehr in Europa eine Übereinstimmung der hergestellten Produkte mit den Anforderungen der jeweiligen EU-Richtlinien. Die Vorschriften der einzelnen Länder werden sozusagen auf einen Nenner gebracht. Das klingt erst einmal positiv, hat aber nachhaltige Auswirkungen auf diesen Industriezweig. So muss beispielsweise jedes einzelne Konstruktionsholz hinsichtlich seiner Festigkeit (Biegespannung in N/mm²) gekennzeichnet sein. Hinzu kommen die Nummern der Zertifizierungsstelle und des Lieferanten sowie weitere Angaben (z.B. Trocken sortiert).

Hintergrund dieser Forderung ist, dass für den Einsatz der Hölzer in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bestimmungen für den Einbau gelten. So wird vom Statiker eine bestimmte Festigkeitsklasse geplant, die dann vom Zimmermann umgesetzt wird. Ist in Deutschland ein Wert von C24 der allgemeine Standard, so ist beispielsweise für den Export in wichtige europäische Nachbarländer vielfach C16 die geforderte Qualitätsklasse. Darüber hinaus werden in manchen Ländern immer häufiger gemischte Holzqualitäten innerhalb eines Pakets vom Kunden gefordert; also gleicher Querschnitt bei unterschiedlicher Festigkeit. Damit die Umsetzung der neuen CE-Kennzeichnung in der Säge- und Holzbearbeitung wirtschaftlich überhaupt einen Sinn macht, muss das Markieren der Hölzer in der Produktion soweit wie möglich automatisiert werden.

Das Unternehmen Klenk in Oberrot gehört mit rund 1.500 Beschäftigten zu den großen Säge- und Holzbearbeitungsunternehmen in Europa. Die hier produzierten Hölzer werden in die Bauindustrie, die Heimwerkermärkte und die Verpackungsindustrie geliefert; angefangen vom Konstruktions- und Profilholz über Schalungsplatten bis hin zu Palettenklötzen. Alle Holzarten stammen aus heimischen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – dies sind Fichte, Tanne, Märkische Kiefer und Douglasie. Was bedeutet die neue CE-Kennzeichnung für ein solches Unternehmen mit einem Exportanteil von ca. 40 Prozent?

100 Millimeter Druckhöhe mit 42 Zeilen

Das automatische Kennzeichnen von Hölzern stellt gleich mehrere Anforderungen an das Drucksystem. Eine der wichtigsten ist die hohe Auflösung, denn aufgrund der neuen Verordnung muss eine Vielzahl von Informationen auf teilweise sehr kleinen Flächen gedruckt werden. Zudem sollte es schnell und flexibel sein, um für die Hölzer unterschiedlicher Festigkeit auch das richtige Druckbild bereitzustellen. Diesen Forderungen waren die bisher verwendeten Systeme bei Klenk nicht mehr gewachsen. Um weiterhin wirtschaftlich produzieren zu können, hat das Unternehmen in fünf neue Kennzeichnungssysteme der Firma REA Elektronik investiert.

Diese Kennzeichnungssysteme der Serie GK 768/256 wurden speziell für das Drucken auf saugfähigen Oberflächen entwickelt. Mit 256 ansteuerbaren Kanälen können sie bis zu 42 Zeilen gleichzeitig auf einer Druckhöhe von maximal 100 Millimetern drucken. Sie beherrschen alle gängigen linearen und den 2D-Datamatrix Code – ECC200. Darüber hinaus sind sie standardmäßig mit einem Ethernetport ausgestattet; können also bei Bedarf über TCP/IP direkt in ein Netzwerk eingebunden werden. Die Ansteuerung erfolgt über den REA-JET Print Commander, einer PC-basierten Software. Hier sind alle wichtigen Funktionen unter einer Benutzeroberfläche im Windows-Standard zusammengefasst. Dem Anwender stehen pro Schreibkopf bis zu 100 Variable, also Texte, Logos und Barcodes auf bis zu 999 Speicherplätzen zur Verfügung, die mit einer maximalen Produktgeschwindigkeit von 200 m/min gedruckt werden können.

Betrachtet man sich daraufhin die Anforderungen bei Klenk mit „nur“ circa 15 unterschiedlichen Druckinhalten und einer Geschwindigkeit des Förderers von 30 bis 40 m/min, so liegt dies deutlich unter den Möglichkeiten des neuen Systems. Wirklich ausgereizt wird dieses erst bei der Auflösung. Denn die zur Verfügung stehenden 256 Kanälen sind nicht nur die Voraussetzung für die gute Lesbarkeit von klein gedruckten Informationen, sondern auch für eine spezielle Anwendung - das Drehen des Druckbildes um 90 Grad. Das heißt, mit dem Druckkopf GK 768/256 kann auch „quer“ gedruckt werden. Dies hat den großen Vorteil, dass der Anwender bei Bedarf auch die schmalen Seitenkanten von Hölzern mit einer Breite von nur 30 mm bedrucken kann, und das mit allen notwendigen Informationen und in hoher Qualität.

Wie hat Klenk das Beschriften mit unterschiedlichen Druckinhalten innerhalb der Produktion gelöst? Zunächst einmal geht es darum, die Qualität des Holzes zu erkennen. Auch wenn heute fast alles automatisiert ist, dieses gehört nicht dazu. Hier ist Erfahrung gefragt. Denn die Stabilität eines Holzes hängt unter anderem mit der Abweichung der Faser hinsichtlich der Längsachse zusammen, hat also etwas mit Astdurchmessern und deren Positionen zu tun. Dazu Jürgen Dietrich, Produktionsleitung: „Um eine bestimmte Festigkeitsklasse zu stempeln, wird die so genannte Nullkante von den Hölzern, die nicht die gewünschte Qualität erreichen, manuell etwas verschoben. Dadurch werden sie im weiteren Transport nicht mehr von einem Lichttaster erfasst und automatisch einer anderen Sortierung zugeordnet.“

Über Kopf drucken

Eine besondere Anforderung für das Kennzeichnungssystem in dieser Anwendung ist, die Hölzer von unten zu bedrucken. Dies hängt damit zusammen, dass die obere Kante des Holzes selbst bei einer kleinen Verwindung den Druckkopf berühren könnte, denn der Abstand beträgt nur 3 bis 4 mm. Die Unterkante hingegen kann aufgrund der Förderkette eine definierte Grenze nicht unterschreiten. Nun ist diese Variante für jeden Druckkopf aber die denkbar schlechteste Position. In fast allen Fällen erfolgt daher der Druck entweder von oben oder von der Seite. Die Anwendung bei Klenk stellt daher sehr hohe Anforderungen hinsichtlich der Geschwindigkeit und der minimalen Auffächerung der Tintentropfen. Nur dann kann ein sauberes Druckbild und eine möglichst geringe Verschmutzung der Düsenplatte aufgrund der Schwerkraft erreicht werden. „Und das ist mit diesem System gewährleistet“, so Jürgen Dietrich, „es ermöglicht selbst in dieser Position eine einwandfreie Kennzeichnung und auch die Düsenplatten müssen kaum gesäubert werden.“

Neben der technischen Kompetenz bietet REA Elektronik dem Anwender noch einen weiteren Nutzen. So werden Software, Tintensysteme und die Elektronik der Kennzeichnungssysteme im eigenen Hause entwickelt, beziehungsweise gefertigt - das schafft Raum für kundenspezifische Entwicklungen. Ob es nun die Anpassung der Software an eine spezielle Anwendung ist, oder wie bei Klenk ein längerer Spezialschlauch für die Tintenversorgung. Eine der neuesten Entwicklungen bei REA ist die Software DataCon, die die Einbindung verschiedener Datenbanken unterstützt. Dies hat den Vorteil, dass alle dort abgelegten Textelemente, Logos und Codes automatisch in die Drucklayouts übernommen werden können.

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